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HDAPS

Sonntag, 09. Mai 2010

Die meisten neueren Thinkpads haben Beschleunigungssensoren. Neben einigen Spielereien (Neverball) ist ihr eigentlicher Nutzen, dass die Festplatten-Leseköpfe geparkt werden, falls der Laptop bewegt wird. Auf diese Weise kann eine Beschädigung der Festplatte vermieden werden, falls der Laptop fällt.

Unter Windows war dieses sogenannte HDAPS nie ein Problem, sorgte doch die mitgelieferte Software für alles. Unter Linux war lange Zeit ein Kernelpatch nötig. Inzwischen scheint aber alles soweit gereift, dass man es unter Ubuntu mit ein paar Paketen installieren kann.

Zuerst installiert man das Paket tp-smapi-dkms, wodurch das tp-smapi-Modul installiert wird, das die Beschleunigungssensoren ausliest und die Daten als Datei zur Verfügung stellt. (Dank DKMS wird das Modul bei einem Kernel-Upgrade automatisch neu kompiliert)

Als nächstes installiert man den Daemon, welcher die Leseköpfe parkt, über das Paket hdapsd. Mehr Informationen zum Funktionstest und zur Konfiguration findet man im Wiki von ubuntuusers.de, ich musste keine Änderungen vornehmen.

Will man eine kleine Anzeige, die den Status des Festplattenschutzes mitteilt, empfehle ich thinkhdaps. Dafür gibt es zwar ein PPA, aber gegenwärtig liegt darin nur die Version für Karmic. (die liefe zwar unter Lucid, lässt sich aber wegen fehlender Abhängigkeiten nicht installieren)

Bis es auch eine Version für Lucid gibt, lädt man sich von der thinkhdaps-Homepage den aktuellsten Tarball herunter. Dieser muss nur noch mit

tar -xvzf thinkhdaps.tar

entpackt werden (Dateinamen anpassen) und danach installiert werden: (mit ––enable-desktop wird auch ein Startmenü-Eintrag erzeugt)

./configure --prefix=/usr --enable-desktop
sudo make

Falls checkinstall installiert ist und thinkhdaps als Paket installiert werden soll, (meine Empfehlung) ist der letzte Schritt

sudo checkinstall

Deinstallieren kann man es dann jederzeit mit sudo apt-get remove thinkhdaps. Ansonsten muss es mit

sudo make install

installiert werden, zum Deinstallieren muss im selben Verzeichnis sudo make uninstall aufgerufen werden.

Sobald thinkhdaps installiert ist, kann die Anzeige gestartet werden, indem man <Strg>-F2 drückt, und dann thinkhdaps eingibt. Im Benachrichtigungsfeld sollte dann ein kleines Icon angezeigt werden. Am besten gleich mal testen und den Thinkpad (vorsichtig) ein bisserl hin und her kippen.

Damit das Icon auch nach einem Neustart aufgerufen wird, muss es noch unter System » Einstellungen » Startprogramme (Gnome/Ubuntu) bzw. Systemeinstellungen » Register:Erweitert » Autostart (KDE/Kubuntu) eingetragen werden. Als Name kann man z.B. “HDAPS Überwachung” wählen, als Befehl muss “/usr/lib/thinkhdaps” eingetragen werden.

Danke an Thomas Pani für seinen Tipp mit dem Startmenü-Eintrag. Danke an Christofer für seine beiden Hinweise bzgl. Pfad und Kubuntu.

Lucide Nacharbeit

Dienstag, 04. Mai 2010

Neben dem verbreiteten Kritikpunkt der linksangeordneten Fensterbuttons (wie man das ändert findet sich zum Beispiel bei Linuxundich.de gegen Ende dieses Artikels) stört mich vor allem, dass die Mausrad-Emulation auf meinem Thinkpad X60s wieder nicht funktioniert. (Mit fast jedem Upgrade der letzten Zeit wurde die Hardware-Verwaltung geändert, und damit auch die Methode, mit der die Mausrad-Emulation gesteuert wird)

Nun muss man (mit root-Rechten) die Datei “/usr/lib/X11/xorg.conf.d/20-thinkpad.conf” erstellen und mit folgendem Inhalt füllen:

Section “InputClass”
Identifier “Trackpoint Wheel Emulation”
MatchProduct “TrackPoint”
MatchDevicePath “/dev/input/event*”
Driver “evdev”
Option “EmulateWheel” “true”
Option “EmulateWheelButton” “2″
Option “Emulate3Buttons” “false”
Option “XAxisMapping” “6 7″
Option “YAxisMapping” “4 5″
EndSection

Die Information hab ich von diesem Blog (auf englisch)

Mausrad-Emulation

Freitag, 31. Oktober 2008

Bis Hardy sorgten zwei Zeilen dafür, dass man den Trackpoint meines Thinkpads (und wohl einiger weiterer Laptops auch) als Mausrad nutzen kann, wenn man dabei die mittlere Maustaste hält. Unter Intrepid aber wird die xorg.conf ignoriert, (zumindest was Eingabegeräte anbelangt) und damit auch gleich diese wertvolle Funktion. (Ich merkte so erst, wie wichtig sie mir geworden war)

Aber es gibt eine einfache Lösung, einfach im Verzeichnis /etc/hal/fdi/policy/ die Datei 99-mouse-wheel.fdi mit folgendem Inhalt anlegen:

<?xml version="1.0" encoding="utf-8"?>
<deviceinfo version="0.2">
 <device>
  <match key="info.product" string="TPPS/2 IBM TrackPoint">
   <merge key="input.x11_options.EmulateWheel" type="string">true</merge>
   <merge key="input.x11_options.EmulateWheelButton" type="string">2</merge>
   <merge key="input.x11_options.YAxisMapping" type="string">4 5</merge>
   <merge key="input.x11_options.XAxisMapping" type="string">6 7</merge>
  </match>
 </device>
</deviceinfo>

Nach einem Neustart von HAL und X sollte es wie gewünscht funktionieren. ($ sudo /etc/init.d/hal restart && sudo /etc/init.d/gdm restart)

Der Dateiname ist im Prinzip egal, die Dateien werden aber alphabetisch abgearbeitet, je später im Alphabet, desto geringer die Wahrscheinlichkeit, dass die Einstellungen von einer anderen Datei überschrieben werden. Und ein nichtssagender Name ist immer schlecht…

Mehr Informationen:

Unerschrockener Steinbock

Freitag, 31. Oktober 2008

Mit welcher Meldung kann man einen Blog schöner beginnen? Gestern ist die neuste Ubuntu-Version 8.10 mit Namen »Intrepid Ibex« veröffentlicht worden.

Den direkten Download gibts auf der offiziellen Seite, oder man nutzt BitTorrent, um die Serverlast zu minimieren.

Da Hardy eine LTS ist, muss die Upgrade-Benachrichtigung erst aktiviert werden:

System > Systemverwaltung > Software-Quellen > Aktualisierungen. Dort unter »Release Upgrade« auf »Turnusmäßige Freigaben« stellen.

Erste Eindrücke bisher auf einem Thinkpad X60s:

  • Eingabegeräte werden jetzt vom HAL eingebunden, nicht mehr über die xorg.conf
  • Leider verträgt sich das gar nicht mit xmodmap, auch die STRG-Taste verweigert bisher ihren Dienst
  • Scrollen mit der mittleren Maustaste funktioniert auch nicht
  • Die Datenbank von mlocate wird nur aktualisiert, wenn der Laptop am Netz hängt
  • mit den laptop-mode hat man jetzt wesentlich mehr Freiheiten

Leider bin ich noch sehr damit beschäftigt, die Tastatur wieder zum ordentlichen Laufen zu bewegen, so dass ich mich auf wenig Anderes konzentrieren kann.