HDAPS
Die meisten neueren Thinkpads haben Beschleunigungssensoren. Neben einigen Spielereien (Neverball) ist ihr eigentlicher Nutzen, dass die Festplatten-Leseköpfe geparkt werden, falls der Laptop bewegt wird. Auf diese Weise kann eine Beschädigung der Festplatte vermieden werden, falls der Laptop fällt.
Unter Windows war dieses sogenannte HDAPS nie ein Problem, sorgte doch die mitgelieferte Software für alles. Unter Linux war lange Zeit ein Kernelpatch nötig. Inzwischen scheint aber alles soweit gereift, dass man es unter Ubuntu mit ein paar Paketen installieren kann.
Zuerst installiert man das Paket tp-smapi-dkms, wodurch das tp-smapi-Modul installiert wird, das die Beschleunigungssensoren ausliest und die Daten als Datei zur Verfügung stellt. (Dank DKMS wird das Modul bei einem Kernel-Upgrade automatisch neu kompiliert)
Als nächstes installiert man den Daemon, welcher die Leseköpfe parkt, über das Paket hdapsd. Mehr Informationen zum Funktionstest und zur Konfiguration findet man im Wiki von ubuntuusers.de, ich musste keine Änderungen vornehmen.
Will man eine kleine Anzeige, die den Status des Festplattenschutzes mitteilt, empfehle ich thinkhdaps. Dafür gibt es zwar ein PPA, aber gegenwärtig liegt darin nur die Version für Karmic. (die liefe zwar unter Lucid, lässt sich aber wegen fehlender Abhängigkeiten nicht installieren)
Bis es auch eine Version für Lucid gibt, lädt man sich von der thinkhdaps-Homepage den aktuellsten Tarball herunter. Dieser muss nur noch mit
tar -xvzf thinkhdaps.tar
entpackt werden (Dateinamen anpassen) und danach installiert werden: (mit ––enable-desktop wird auch ein Startmenü-Eintrag erzeugt)
./configure --prefix=/usr --enable-desktopsudo make
Falls checkinstall installiert ist und thinkhdaps als Paket installiert werden soll, (meine Empfehlung) ist der letzte Schritt
sudo checkinstall
Deinstallieren kann man es dann jederzeit mit sudo apt-get remove thinkhdaps. Ansonsten muss es mit
sudo make install
installiert werden, zum Deinstallieren muss im selben Verzeichnis sudo make uninstall aufgerufen werden.
Sobald thinkhdaps installiert ist, kann die Anzeige gestartet werden, indem man <Strg>-F2 drückt, und dann thinkhdaps eingibt. Im Benachrichtigungsfeld sollte dann ein kleines Icon angezeigt werden. Am besten gleich mal testen und den Thinkpad (vorsichtig) ein bisserl hin und her kippen.
Damit das Icon auch nach einem Neustart aufgerufen wird, muss es noch unter System » Einstellungen » Startprogramme (Gnome/Ubuntu) bzw. Systemeinstellungen » Register:Erweitert » Autostart (KDE/Kubuntu) eingetragen werden. Als Name kann man z.B. “HDAPS Überwachung” wählen, als Befehl muss “/usr/lib/thinkhdaps” eingetragen werden.
Danke an Thomas Pani für seinen Tipp mit dem Startmenü-Eintrag. Danke an Christofer für seine beiden Hinweise bzgl. Pfad und Kubuntu.
Tags: 10.04 (Lucid Lynx), Thinkpad X60s
30. Juni 2010 um 08:44
Danke für das gute Tutorial. Es läuft bei mir unter Kubuntu 10.04. Aber es gibt ein Problem mit dem Autostart. Wenn ich den Rechner hoch fahre kann ich das Programm mit dem Befehl thinkhdaps aufrufen und das icon erscheint und funktioniert auch. Es ist aber leider kein Dienst, sondern blockiert das ganze Terminal.
Unter KDE muss ich es unter “Systemeinstellungen -> Register: Erweitert -> Autostart” eintragen (Hier fehlt der Hinweis auf Ubuntu in Deinem Blog). Der Punkt ist aber das ich unter dem Verzeichniss /usr/lib/thinkhdaps nichts finde bzw nichts ausgeführt wird, ein simples thinkhdaps geht aber. trage ich eines der beiden in die Autostart ein, funktioniert es aber nicht. Aber generell stellt sich mir die Frage ob es nicht sinnvoll ist aus thinkhdaps einen Dienst zu machen um es über /etc/init.d/thinkhdaps aufzurufen?
30. Juni 2010 um 09:08
Fehler gefunden, der Pfad muss lauten: /usr/local/bin/thinkhdaps nicht /usr/lib/thinkhdaps. In KDE muss man den Pfad in der Autostart unter dem Register Adresse (URL) eintragen und “HDAPS Überwachung” als Bezeichnung in das Register Allgemein.
Kann mir noch jemand die Frage beantworten warum es kein Dienst ist?
30. Juni 2010 um 14:14
Die Pfadfrage hängt von der Art ab, wie man ./configure aufruft. Wie bisher hier beschrieben liegt thinkhdaps aber in der Tat in “/usr/local/bin/”, vielen Dank für den Hinweis.
Um den Pfad eines executables zu finden eignet sich übrigens “whereis”, in diesem Fall also ein “whereis thinkhdaps” im Terminal.
Den Punkt mit KDE werde ich auch gleich einarbeiten, ebenfalls Danke hierfür. (der Hinweis Ubuntu ist im Titel
)
Die Frage mit dem Dienst müsstest du an Thomas Pani stellen, den Autor von thinkhdaps. Wenn ich mich nicht irre, laufen Dienste aber normalerweise konsolenbasiert im Hintergrund, thinkhdaps benötigt einen X-Server, dieser kann es dann auch starten.
02. August 2010 um 14:38
die abhängigkeitsprobleme liegen am tp-smapi-modules. diese sollte man in den kernel kompilieren und gut is.
sudo m-a -t a-i tp-smapi
danach kann man getrost über synaptic thinkhdaps installieren und neustarten nicht vergessen …